Microsoft betreibt Anti-Google Merchandising

Microsoft verkauft in seinem US-Webshop Anti-Google („Don´t get Scroogled“) Merchandising-Artikel. Der Hinweis darauf, dass google mit unserem Benutzerverhalten viel Geld verdient und unser Verhalten und unsere Kommunikation hierfür analysiert ist wohl angebracht. Nur dass er gerade von Microsoft kommt erscheint etwas dubios.
Übrigens – Microsoft hat 18 Tracker in seinem Webshop laufen, welche die Aktivitäten der Besucher beobachten und analysieren. Alles klar?
microsoft-scroogles

CIE-LAB Farbfächer mit HLC, RGB und CMYK Werten

Die beiden Fächer zur Visualisierung des CIE-Farbraumes ( L*a*b* und HLC); Foto: dtp-Studio, Oldenburg

Das DTP-Studio Oldenburg, das vielen bereits für seine Software „Digitaler Farbatlas“ bekannt sein dürfte, gibt einen CIE-LAB Farbfächer heraus, der für 59,- € zzgl. Mwst. dort bezogen werden kann. Ein herstellerunabhängiger Farbfächer der auf die Reproduktion in verschiedene Umgebungen ausgelegt ist, ist eine erfreuliche Entwicklung. Bedenken bleiben aufgrund des Drucks im CMYK-Offsetdruck, also mit einer Technik, die natürlich nur einen Teil des CIE-LAB-Farbraums darstellen kann. Das DTP-Studio selbst gibt den „mittleren Fehler mit ΔE = 3,9“ an, was natürlich nichts darüber aussagt wie groß der maximale ΔE bei „ungünstigen“ Farben ist. Eine solche Mitte lässt aber erwarten, dass die Abweichung größer ist, als das was von Laien unter normalen Bedingungen deutlich unterschieden werden kann und da stellt sich mir die Frage ob ein solcher Farbfächer dennoch nützlich ist.

Zumal leider der ΔE des Drucks einer konkreten Farbe nicht angegeben ist. Zumindest eine Information über die Qualität der Wiedergabe jeder einzelnen Farbe (etwa * für wenig, ** für mittlere und *** für gute Übereinstimmung und dementsprechend geringe Abweichung) wäre IMHO in späteren Auflagen wünschenswert.

Doch davon abgesehen stellt besonders der HLC-Fächer eine sehr praktische Arbeitshilfe dar um eine konkrete Farbe zu finden. Zunächst wählt man den Farbton aus, dann auf der Übersichtsseite die Farbsättigung und Lightness – und schon kann man auf der Fächerkarte die Farbe vergleichen – und natürlich direkt die HLC bzw. L*a*b*-Werte zur Eingabe in Software oder zur Bestellung der Farbe ablesen.
Damit die abgelesenen HLC-Werte direkt in Programmen der Adobe® Creative Suite® eingegeben werden können, sei das Programm !CSCo­lors angeraten (hier geht´s zu meiner Rezension von !CSCo­lors).

Einen sehr interessanten Hinweis zu HLC-Farben und deren Entsprechung in RAL Design® bzw. Caparol®-Farbsystem fand ich ebenfalls auf der Webseite http://cielab-farben.de/ und möchte ich dem Leser dieses Beitrages nicht vorenthalten:

Jeder Baumarkt ist in der Lage, HLC-Farben anzumischen, denn in den Mischanlagen sind Rezepturen für das RAL® DESIGN System und CAPAROL® 3D hinterlegt, dessen Farbnamen nichts anderes sind als HLC-Farbwerte (HLC 240 70 20 = RAL DESIGN 240 70 20. Bei Caparol gilt die Reihenfolge LCH, also ist HLC 240 70 20 = Caparol 70 20 240).

Wusste ich bisher nicht. Wieder was gelernt.
In jedem Fall bietet das DTP-Studio Oldenburg einiges für alle Farbinteressierten.

Santander Bank beglückwünscht ihre Kunden zur Preiserhöhung

Ja, vielleicht sind ja wirklich viele Kunden so dumm dass sie sich von plumpen und dreisten Texten manipulieren lassen.

Nein, selbst wenn dem so ist, dann halte ich Maßnahmen wie diejenige der Santander-Bank, die Ihren Kunden die Nachricht „Glückwunsch. Ab sofort nutzen Sie GiroStar 1 Jahr kostenfrei!“ bescherte, für unverschämt.
„Santander Bank beglückwünscht ihre Kunden zur Preiserhöhung“ weiterlesen

Illustrator startet nicht mehr – und warum man die Adobe-Hotline vergessen kann.

Adobe bietet in Deutschland einen telefonischen technischen Kundendienst an. Den anzurufen kann man sich aber auch sparen. Warum? Für den Tipp „Richten Sie Ihre Software komplett neu in einer neuen Windows-Benutzerumgebung ein“ brauchen Sie keine Zeit am Telefon verschwenden. Diesen Tipp gab es jetzt hier von mir gratis.

Gestern startete mein Illustrator CS5 nicht mehr. Das Programm hatte ich vor fast zwei Jahren installiert und seitdem fast täglich verwendet. Doch damit war jetzt Schluss! Programmstart – und nach ein paar Sekunden war das Startfenster wieder verschwunden. Keine Fehlermeldung, kein Programm in der Taskliste, nichts! Neue Programme oder Erweiterung hatte ich seit dem letzten funktionierenden Illustratorstart nicht installiert.

Mit Adobe ist es so ähnlich wie mit Apple. Es ist eine starke Marke, das heißt ein Produkt kann schon sehr schlecht sein und ein Großteil der Kunden wird dennoch darüber hinweg sehen, ja viele werden sogar sich selbst die Fehler zuschreiben, denn starke Marken haben etwas sacrosanctes an sich.

Was tun, wenn nichts mehr geht?

Um die Benutzereinstellungen beim Programmstart zu übergehen startet man Adobe Illustrator CS5 während man Strg+Alt+Umschalt (Windows) bzw. Wahl+Befehl+Umschalt (Mac OS) gedrückt hält. Diese Maßnahme brachte leider in meinem Fall keinen Erfolg. Das Programm startet nicht. Es gibt auch keine Fehlermeldung aus, in der Taskliste erscheint es auch nicht, einfach – schweigen, da kann man das Programmicon klicken, so oft man will.

Der obligatorische Neustart des PCs brachte keine Veränderung.

Der Versuch über setup.exe der Programm-DVD das Programm neu zu entfernen und zu installieren führte zu einer Fehlermeldung des Installationsprogrammes. Eigentlich nicht eine, sondern viele. Aber das System bietet die Möglichkeit die Meldung gleich an Adobe zu senden. Das habe ich gemacht und als Bestätigung eine Token-Nr. bekommen.

Anstatt das Problem zu lösen wurde mir von der Software angeraten eine weitere Adobe Software zu installieren (den „Adobe Support Advisor“). Dieser löst das Problem aber auch nicht, er meldet, dass es Probleme gibt. Hätte ich ohne ihn nicht gewusst.

Da Adobe anscheinend keine  ernst zu nehmende Softwarefirma, sondern eine der Frickelbuden ist, die Benutzerdaten (wie Pinsel und Werkzeuge) munter in Programmverzeichnissen verteilt speichern, anstatt sie in einem Benutzerverzeichnis einzurichten muss man vor der Deinstallation erst mal 5 GB auf eine externe Platte sichern. Ist dies vollbracht deinstalliert man die komplette Premium-Suite um sie danach komplett neu zu installieren (ca. 1h).

Um dann festzustellen, dass der Fehler immer noch auftritt. Adobe empfiehlt dann das Ausführen eines Programmes, was angeblich eine KOMPLETTE Entfernung von Illustrator durchführt. Entfernen ist bei Adobe eben nicht gleich entfernen. Doch auch das „AdobeCreativeSuiteCleanerTool.exe“ entfernt nicht wirklich alles was zu Problemen führt, wie man nach einer weiteren Stunde feststellen kann.

Was empfiehlt der technische Support von Adobe in so einem Fall?

Nicht etwa  – wie ich vermutet hätte, dass man in eine  Logfile nachsehen kann, an welcher Stelle Illustrator das Programm abbricht. Oder den Programmstart mit einem zusätzlichem Debugparameter, der ein umfangreiches Loging zur Analyse aktiviert, nein sowas gibt es nicht. Man empfiehlt mir die komplette Software als neuer Windowsbenutzer neu zu installieren. Das löst zwar nicht das Problem des Anwenders, aber Adobe kann dann sagen: „Sie sehen ja, unsere Software funktioniert, es liegt an Ihrem System, dass es zum Problem kommt.“ Damit hat der Supporter zwar Recht, aber so ist das heutzutage eben auf PCs, da ist eine Vielzahl an Software zu Gange.

Kurzum (ich habe jetzt keine Lust mehr diesen Unsinn mit dem Adobe Support nochmal in meiner Erinnerung zu durchleben) und kürze ab:

Ursache war die vor ca. 1 Jahr installierte Extension Scriptographer (in  C:\Program Files (x86)\Adobe\Adobe Illustrator CS5\Plug-ins\Extensions). Nach Entfernen dierses Ordners funktioniert Illustrator wieder. Bemerkenswert, dass Scriptographer über viele Monate keine Probleme verursachte. Vielleicht gab es ja in der Zwischenzeit irgendein Update, das zu der Inkompatiobilität führte.

Leider ist Adobe Software auf einem technischen Level wie sich die Leute dies von Hobby-Fricklern vorstellen. Würde aber ein Hobby-Programmierer Software als Freeware verteilen, die ähnlich wenig Debugmöglichkeiten bietet würde man ihn nicht ernst nehmen und niemand würde das tun, was Adobe von Anwendern erwartet: Nämlich dass sie ihre Betriebssystemumgebung komplett neu aufsetzen, dann alles neu installieren und alles neu aktualisieren.

Warum befinden sich Benutzerdaten wie Pfade und sonstige Einstellungen in Programmverzeichnissen?
Für jeden Freewareprogrammier wäre es peinlich, würde er Benutzereinstellungen im Programmverzeichnis speichern, mir ist außer Adobe kein namhafter Hersteller bekannt, der dies heute noch macht.

 

Die Ratschläge von Adobe haben mir ca. 4 Stunden Arbeitszeit gekostet. Wenn wieder mal ein Problem auftaucht werde ich folgendermaßen vorgehen:

  • Prozessmonitor zur Analyse einsetzen
  • Untersuchen welche Dateien in den Adobe-Verzeichnissen vom Benutzer geändert wurden (alle entfernen)

Der Prozessmonitor half mir heute dabei einen der letzten von Illustrator (erfolgreich) durchlaufenen Vorgänge zu ermitteln: Scriptographer.

Warum belügen wir unsere Kinder?

Ein Leben wie im Paradies: Tiere in unseren Kinderbüchern

Belügen Sie Ihr Kind? Die meisten Eltern werden hierauf wohl mit einem entschiedenen Nein antworten.
Aber wo fängt die Lüge an – und wo hört man besser damit auf?

Mein 2jähriger liebt Bilderbücher und Puzzles. Darauf sind glückliche Tiere zu sehen: Ein stolzer Hahn auf einem Misthaufen; Glückliche Schweine, die im Schlamm wühlen; Kühe auf einer grünen Weide; und überall glückliche Tierkinder: ob Küken, Ferkel, Lämmchen oder Kälbchen – ein wahres Tierparadies ist die schöne heile Kinderwelt!
Dass diese heile Tierwelt nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat wissen wir. Ist es dann nicht gelogen, wenn wir unseren Kindern ein Bild einer völlig anderen Welt vermitteln?

Als Eltern möchte man seinem Kind natürlich auch die lebendige Welt näher bringen, also die Tiere zum anschauen, anfassen und streicheln. Und natürlich gibt es auch ein reiches Angebot an „Bauernhöfen“ mit Gästezimmern für Familien mit Kindern.
Hier können wir für ein paar Tage einmieten  und so die Lüge der heilen Tier- und Bauernwelt fortsetzen. Wahrer wird sie dadurch nicht, denn diese „Bauernhöfe“ haben mit unserer Landwirtschaft nicht mehr zu tun als sprechende Schweine im Kinderprogramm. Schon längst bringt es mehr ein, Gästezimmer in einem Bauernhof-Disneyland an Familien aus den Städten zu vermieten, als eine tiergerechte kleinbäuerliche Landwirtschaft zu betreiben.

Sollten wir unseren Kleinen deshalb nicht lieber Kinderbücher mit Bildern aus der Massentierhaltung schenken? Mit tausenden bewegungsunfähiger Puten in dunklen Riesenhallen, Vögel die kaum noch laufen können und mit Medikamenten im Futter aufrecht erhalten werden? Oder eine Kükensortierstation an der täglich 100.000 Hähnchen aussortiert und entsorgt werden? Oder mit einem Schweinestall in dem Hunderte Schweine ihr kurzes Leben auf Beton zubringen?

Nein, ich glaube diese Bilder wären nichts für unsere Liebsten. Doch wie abgebrüht sind wir Eltern, wenn wir diese Lügen nicht nur unseren Kindern präsentieren, sondern durch unser Verhalten auch noch dafür sorgen, dass genau diese Zustände aufrecht erhalten werden? Wir Eltern sollten in dem Bewusstsein handeln, dass wir unser Verhalten eines Tages auch gegenüber unseren Kindern rechtfertigen können. Können wir das?