Google Plus oder facebook – innovativ ist anders

zu meinem Google+ ProfilZugegeben, ich mag facebook nicht besonders. Doch das Geschäftsmodell von Google sorgt bei mir nicht weniger für Sorgen um etwas das man früher mal „Privatsphäre“ nannte. Ansonsten – also sieht man mal von all dem ab, was gegen die Nutzung spricht – finde ich soziale Netzwerke natürlich supertoll! Alles in allem beste Voraussetzungen, dass jemand wie ich Google Plus testet.

Freunde wohin man sieht

Zunächst einmal muss ich sagen, dass mir diese Freundemacherei von Facebook schon immer ein Graus war. Da gibt es jemand, mit dem man schon Nächte durchgetrunken hat und jemandem, den man gar nicht persönlich kennt, der aber ganz nett aussieht und irgendwo lustige Beiträge gepostet hat und beide soll man einfach zu „Freunden“ machen? Nicht so mein Ding, denn was man dem einen gerne anvertraut, das geht dem anderen einfach nichts an. Wer wie ich noch mit solchen Hemmungen ausgestattet ist, der hatte bisher ein Problem bei Facebook.

Circles: Die Google Freundeskreise

Google Plus will hierfür eine Lösung bieten und zwar durch die sog. „Circles“, die in der deutschen Version mittlerweile Kreise heißen (und nicht mehr Circles) oder – was die Sache viel zu treffend bezeichnen würde: „Gruppen“. Es handelt sich nämlich schlicht und einfach um das alte Konzept der Benutzergruppe, wie es seit den 60er Jahren bei Mehrbenutzerbetriebssystemen üblich ist. Ein Benutzer kann Mitglied in einer oder mehrerer Gruppen sein. Kreise können allerdings NICHT Mitglied in anderen Gruppen sein, was leider eine Gruppenhierarchie verhindert. Dass die Gruppen bei Google Plus „Kreise“ heißen, kreisförmig sind und ihre Animation die Älteren unter uns an ein Wählscheibentelefon erinnert, ändert nichts daran, dass es sich um schlichte Gruppen handelt in die man seine Kontakte aufnehmen kann. Immerhin bietet dieses Konzept die Möglichkeit Beiträge nur für bestimmte Benutzer – also Mitglieder eines bestimmten Kreisen – zu veröffentlichen. Mehr aber auch nicht. Leider ist weder eine Gruppenhierarchie vorgesehen, noch können freie Stichworte („Tags“) defininiert und einzelnen Personen unabhängig von einer Gruppenzugehörigkeit zugewiesen werden.

Ein großer Schritt?

Google macht also einen großen Schritt nach vorne – groß für Google – aber klein für die Menschheit und sicher nicht zu dem, womit wir in ein paar Jahren „networken“ werden. Es würde mich nicht wundern wenn die Facebookreaktion in der Einführung von Gruppen (mit Hierarchiemöglichkeit) und/oder der Einführung von Tags/Stichworten besteht.
Gut  gelungen hingegen, scheint mir die Einbindung der Picasa-Alben zu sein. Doch was ist mit all den anderen feinen Google-Diensten? Warum kann man nicht einfach ein Google Text- und Tabellen-Dokument per Klick einbinden? Oder eine Google-Site – dieser etwas angegraute Dienst mit dem man Webseiten zusammenklicken kann? Mir scheint, dass Google es nicht schafft bei all diesem Innovationsdruck die „alten“ Sachen aktuell und damit am Leben zu halten. Ohne Integration dieser Dienste vergibt Google aber gerade den Vorteil, den sie gegebüber Facebook im Bereich soziale Netzwerke hätten.

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