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Neuer Notebook — neuer Ärger mit Vista und Creative Suite

Nach­dem sich mein 4 Jahre alter Amilo-Notebook auf­grund eines Abstur­zes aus 60cm Höhe ver­ab­schie­det hat, habe ich mir einen Lenovo 3000 N200 gekauft. Das ist ein preis­güns­ti­ger Note­book jedoch bereits mit intel Dual Core-Prozessor.

Mehr denn je stellt sich heute die Betriebsys­tem­frage. In mei­nem Fall ist es so, dass ich fast alles gut mit Linux erle­di­gen kann. Mit Ein­schrän­kun­gen bekommt man die CAO-Faktura zum Lau­fen, was mir genü­gen würde, da für den Fall des Fal­les noch Win­dows Arbeits­plätze zur Ver­fü­gung stün­den. Für alles andere taugt Linux min­des­tens genauso gut, wie Win­dows nur eben für eines nicht: Ich benö­tige die Adobe Crea­tive Suite beste­hend aus InDe­sign, Illus­tra­tor, Pho­to­shop und Acro­bat Pro­fes­sio­nal. Der­zeit setze ich nach wie vor die 4 Jahre alte Ver­sion CS ein.

Die „Kil­ler­ap­pli­ka­tion“ für mich ist also die Adobe-Software, wel­che bedau­er­li­cher­weise nicht für Linux ver­füg­bar ist. Der Note­book wurde mit der Home Basic-Version von Vista aus­ge­lie­fert. Zunächst war ich meh­rere Stun­den damit beschäf­tigt all den Müll und die Demo­ver­sio­nen zu ent­fer­nen sowie zahl­rei­che Vista-Updates zu instal­lie­ren (diese schei­nen wesent­lich zahl­rei­cher zu sein, als die für XP). Die mit­ge­lie­ferte Corel Soft­ware ließ sich von mei­nem Lenovo lei­der über­haupt nicht über „Sys­tem­steu­e­re­ung — Soft­ware“ dein­stal­lie­ren. Corel hat mal wie­der Mist gebaut!

Bevor ich mich an die Instal­la­tion der von mir benö­tig­ten Adobe Soft­ware mache, habe ich schnell noch ein aktu­el­les Ubuntu instal­liert, was völ­lig unpro­ble­ma­tisch ver­lief. Die BootCD gebrannt, geboo­tet, gestar­tet, instal­liert — hierzu die Win­dows pari­tio­nen ver­klei­nert und Platz geschaf­fen — lief alles völ­lig unpro­ble­ma­tisch und zuver­läs­sig. Nun kann ich nach dem Ein­schal­ten wäh­len, wel­ches OS ich boo­ten möchte. Die Grub-Einträge habe ich noch manu­ell umbe­nannt, da zwei VISTA-Einträge exis­tie­ren, wovon der obere für die Par­ti­tion mit der Lenovo-Software steht. Ubuntu fühlt sich auch recht flott an auf die­sem Rech­ner. Die Tas­ta­tur wird gut unter­stützt, Web­cam geht auf Anhieb, nur für die Sound­kon­fi­gu­ra­tion war noch ein Ein­trag nötig.) Was die Linux-Seite angeht, läuft alles nach weni­gen Stun­den bes­tens und so wie gewünscht — inklu­sive der kom­plet­ten Neu­in­stal­la­tion des Betriebssystems.

Lei­der sieht es unter Vista schlech­ter aus. Zwar macht es wirk­lich Spaß Word97 auf die­sem Rech­ner zu benut­zen (auf­grund der super­schnel­len Lade­zeit ziehe ich dies gegen­über aktu­el­len Mons­tern vor), der Instal­la­tios­ver­such der Crea­tive Suite (CS1) endet lei­der mit einem Schei­tern! CS1 läuft nicht unter Vista. (Nach­trag: Zwi­schen­zeit­lich habe ich auf einem ande­ren Note­book mit Win­dows 7 die Adobe Crea­tive Suite CS1 in einer vir­tu­el­len Maschine (Vir­tual­box) mit XP als Gast sehr zuver­läs­sig und sta­bil am lau­fen.) Inter­es­sant, dass man im Web keine Hin­weise dar­über fin­det — Adobe scheint alle Bei­träge über ältere als die aktu­elle und die Vor­ver­sion in sei­ner Know­ledge­base zu löschen — aber die tech­ni­sche Hot­line von Adobe hat mir bestä­tigt: CS1 geht gar nicht unter Vista; CS2 mit Ein­schrän­kun­gen; Nun bemühe ich mich Lizenz­be­din­gun­gen von Soft­ware zu respek­tie­ren und ggf. wich­tige Soft­ware eben auch zu kau­fen, das bedeu­tet in der Pra­xis: Ein Arbeits­platz mit CS hat mich in den let­zen 4 Jah­ren (das war die Nut­zungs­dauer) je Monat ca. 21 EUR gekos­tet (1000 EUR Updatepreis). Das emp­finde ich als ange­mes­sen. Zwi­schen­zeit­lich gab es von Adobe jedoch zwei grö­ßere und kos­ten­pflich­tige Upgrades auf CS2 und auf CS3. Hätte ich alle Updates mit­ge­macht, dann hätte ich Kos­ten je Arbeits­platz von monat­lich ca. 60 EUR allein für Adobe Soft­ware. Hal­ten die das für ange­mes­sen? In mei­nem Fall ver­diene ich ca. jeden 2 Arbeits­tag und nur ca. 2h täg­lich mein Geld mit der Nut­zung von Adobe Soft­ware, rechne ich also die Kos­ten von 60 EUR monat­lich auf die Nut­zungs­stun­den um so komme ich auf ca. 3 EUR je Stunde Adobe-Softwarenutzung. Die Kos­ten für Updatein­stal­la­tion, Schu­lung, Anpas­sung etc. mal gar nicht mitgerechnet.

Das Dumme daran: Ich kenne ganz viele Men­schen, wel­che immer die tollste und aktu­ellste Soft­ware ein­set­zen und nie dar­über kla­gen, dass diese zu teuer ist. Ich weiß aller­dings auch, dass diese Leute NOCH weni­ger für Soft­ware aus­ge­ben als ich. Und es sind nicht nur die Hin­ter­hof­klit­schen und Kleinst­un­ter­neh­mer, wel­che sich Monat für Monat hun­derte EUR an Soft­ware­kos­ten spa­ren.
Damit Adobe Geld mit ehr­li­chen Kun­den ver­dient, soll­ten sie viel­leicht auch dar­auf ach­ten, dass die Kos­ten­dif­fe­renz bei ehr­li­chen und weni­ger sol­chen Kun­den nicht zu weit aus­ein­an­der geht. Denn die neu­este Soft­ware­ver­sion haben und nut­zen das kann jeder und das wird auch nicht ver­hin­dert. Den­noch dafür zu bezah­len, das ver­hin­dern unan­ge­mes­sen hohe Kosten.

Ich werde mit Sicher­heit momen­tan KEINE CS3-Version kau­fen, denn dann müsste ich:

  • mei­nen Arbeits­platz­rech­ner durch einen neuen ersetzen
  • wie­der über 1000 EUR ausgeben
  • hätte dann in weni­gen Mona­ten, wenn CS4 erscheint das nächste Update vor mir
  • alle bewähr­ten Abläufe und Pro­zesse wie­der neu einrichten.

Statt des­sen werde ich mich wohl von VISTA auf mei­nem Lenovo ver­ab­schie­den und neben Ubuntu noch ein Win­dows XP instal­lie­ren. Dann wird es wohl auch wie­der etwas flot­ter werden.

Ergän­zung im März 2009

Da meine Hoff­nung durch die Ver­dopp­lung des RAM könnte man auch mit VISTA ver­nünf­tig arbei­ten lei­der ent­täuscht wurde, habe ich mir bereits vor eini­gen Mona­ten bei ebay Win­dows XP Pro­fes­sio­nal und eine 300 GB Fest­platte für den Note­book erwor­ben. Die Windows-XP –Instal­la­tion war nicht ganz banal, da SATA-Platten von XP nicht erkannt wer­den und XP Trei­ber nicht aus dem Inter­net oder von einem USB-Stick, son­dern nur von einem Dis­ket­ten­lauf­werk laden kann.

Aber nach erfolg­rei­cher Instal­la­tion muss ich sagen:

Ein schö­nes Note­book, mit dem man wirk­lich ver­nünf­tig arbei­ten kann, so lange man nicht diese Pest von Betriebs­sys­tem dar­auf instal­liert hat. Vista ist ein gutes Argu­ment für Betriebs­sys­teme mit einem X im Namen.

2 Kommentare zu „Neuer Notebook — neuer Ärger mit Vista und Creative Suite“

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